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Spam-Anrufe Blockieren: So Geht's 2026 (Komplette Anleitung)

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Lunyb Sicherheitsteam
··8 min read

Spam-Anrufe sind 2026 nach wie vor eine der lästigsten Belästigungen im Alltag: Ob unerwünschte Werbeanrufe, betrügerische Gewinnversprechen oder aggressive Enkeltrick-Betrüger – die Anrufflut nimmt trotz strengerer Gesetze zu. Laut Bundesnetzagentur wurden 2025 über 240.000 Beschwerden zu unerlaubter Telefonwerbung registriert. Diese Anleitung zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Spam-Anrufe auf allen Geräten blockieren, welche Rechte Sie haben und wie Sie sich langfristig schützen.

Was sind Spam-Anrufe? Eine kurze Definition

Spam-Anrufe sind unerwünschte, massenhaft durchgeführte Telefonanrufe, die ohne ausdrückliche Einwilligung des Angerufenen erfolgen. Sie umfassen unerlaubte Werbeanrufe (Cold Calls), Betrugsversuche, Phishing-Anrufe und automatisierte Roboteranrufe (Robocalls). In Deutschland sind solche Anrufe nach § 7 UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) grundsätzlich verboten, wenn keine vorherige ausdrückliche Einwilligung vorliegt.

Typische Arten von Spam-Anrufen

  • Werbeanrufe: Stromverträge, Versicherungen, Zeitschriftenabos
  • Gewinnspielbetrug: Angebliche Lottogewinne mit Zahlungsaufforderung
  • Enkeltrick und Schockanrufe: Falsche Familienangehörige oder Polizeibeamte
  • Fake-Support: Angebliche Microsoft- oder Amazon-Mitarbeiter
  • Ping-Anrufe: Kurzes Klingeln von teuren Auslandsnummern zur Provokation eines Rückrufs
  • Automatisierte Robocalls: Bandansagen mit Verkaufsangeboten oder Betrugsmaschen

Spam-Anrufe auf dem iPhone blockieren (iOS 18+)

Apple bietet in iOS 18 und neuer mehrere leistungsstarke Funktionen, um unerwünschte Anrufe automatisch zu blockieren oder stumm zu schalten.

Einzelne Nummer blockieren

  1. Öffnen Sie die Telefon-App
  2. Wechseln Sie zum Tab „Anrufliste"
  3. Tippen Sie auf das Info-Symbol (i) neben der Nummer
  4. Scrollen Sie nach unten und wählen Sie „Anrufer sperren"
  5. Bestätigen Sie mit „Kontakt sperren"

Unbekannte Anrufer automatisch stummschalten

  1. Gehen Sie zu Einstellungen → Apps → Telefon
  2. Tippen Sie auf „Unbekannte Anrufer stummschalten"
  3. Aktivieren Sie den Schalter

Anrufe von Nummern, die nicht in Ihren Kontakten stehen, werden direkt zur Mailbox weitergeleitet. Sie sehen sie weiterhin in der Anrufliste.

Live-Voicemail-Filter aktivieren

Mit der Funktion Live Voicemail sehen Sie in Echtzeit, was der Anrufer auf die Mailbox spricht. So können Sie entscheiden, ob Sie annehmen möchten – ohne dem Betrüger die Chance zu geben, mit Ihnen zu sprechen.

Spam-Anrufe auf Android blockieren (Android 14+)

Google hat die Anrufabwehr in den letzten Jahren deutlich verbessert. Die genauen Schritte variieren je nach Hersteller (Samsung, Xiaomi, Google Pixel), das Grundprinzip bleibt jedoch gleich.

Google Telefon-App: Spam-Filter aktivieren

  1. Öffnen Sie die Telefon-App von Google
  2. Tippen Sie oben rechts auf das Menü (drei Punkte)
  3. Wählen Sie Einstellungen → Anrufer-ID und Spam
  4. Aktivieren Sie „Anrufer- und Spam-ID anzeigen"
  5. Aktivieren Sie zusätzlich „Vermutete Spam-Anrufer filtern"

Einzelne Nummer auf Android sperren

  1. Öffnen Sie die Anrufliste
  2. Tippen Sie lange auf die zu sperrende Nummer
  3. Wählen Sie „Blockieren/Als Spam melden"
  4. Bestätigen Sie die Sperrung

Samsung Smart Call nutzen

Samsung-Geräte bieten eine eigene Lösung: Unter Einstellungen → Anrufe → Anrufer-ID und Spamschutz aktivieren Sie den Schutz von Hiya, der automatisch bekannte Spam-Nummern kennzeichnet.

Spam-Anrufe am Festnetz blockieren

Das Festnetz ist besonders bei älteren Menschen ein beliebtes Ziel für Betrüger. Moderne Router und Anbieter bieten wirksame Blockierfunktionen.

FRITZ!Box: Rufsperre einrichten

  1. Öffnen Sie die FRITZ!Box-Oberfläche (fritz.box im Browser)
  2. Navigieren Sie zu Telefonie → Rufbehandlung → Rufsperre
  3. Klicken Sie auf „Neue Rufsperre"
  4. Wählen Sie „eingehende Rufe"
  5. Geben Sie die zu sperrende Nummer oder einen Nummernbereich ein (z. B. 0900* für alle Mehrwertdienste)
  6. Speichern Sie die Einstellung

Telekom, Vodafone und O2: CallProtect-Dienste

Alle großen deutschen Anbieter bieten mittlerweile netzseitige Spam-Filter an:

AnbieterServiceKostenFunktionen
TelekomCallProtectKostenlos (MagentaZuhause)Automatische Sperrliste, individuelle Blacklist
VodafoneAnruf-SchutzKostenlosBlacklist bis 30 Nummern, Bereichssperren
O2/TelefónicaAnrufschutzKostenlosRufnummernsperre, Auslandssperre
1&1RufnummernsperreKostenlosIndividuelle Sperrliste

Spam-Anrufe an die Bundesnetzagentur melden

Blockieren allein reicht nicht – wer Spam-Anrufe meldet, hilft dabei, Täter juristisch zu verfolgen. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) verhängt regelmäßig Bußgelder bis zu 300.000 Euro gegen unseriöse Anrufer.

So melden Sie einen Spam-Anruf

  1. Notieren Sie Datum, Uhrzeit und die angerufene Nummer
  2. Halten Sie den Inhalt des Gesprächs stichwortartig fest
  3. Besuchen Sie bundesnetzagentur.de und suchen Sie das Beschwerdeformular „Unerlaubte Telefonwerbung"
  4. Füllen Sie das Formular vollständig aus
  5. Reichen Sie es online ein und speichern Sie die Eingangsbestätigung

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in unserem Artikel Betrugsnummer Melden: Die Komplette Anleitung für Deutschland 2026.

Die 10 besten Apps gegen Spam-Anrufe 2026

Neben den systemeigenen Funktionen gibt es spezialisierte Apps, die Ihre Spam-Abwehr deutlich verstärken.

Empfehlenswerte Apps im Vergleich

AppPlattformPreisBesonderheit
Clever DialeriOS, AndroidKostenlosCommunity-basierte Warnungen, deutsche Datenbank
tellowsiOS, AndroidKostenlos / Premium 2,99 €Größte deutsche Spam-Datenbank
HiyaiOS, AndroidKostenlos / Premium 3,99 €/MonatAutomatische Erkennung, integriert in Samsung
TruecalleriOS, AndroidKostenlos / Premium 2,49 €/MonatWeltweite Datenbank, Live-Anrufer-ID
Werbeblocker (BNetzA-Liste)AndroidKostenlosOffizielle Blacklist der Bundesnetzagentur

Vor- und Nachteile von Anti-Spam-Apps

Vorteile:

  • Automatische Aktualisierung der Spam-Datenbanken
  • Warnung vor bereits gemeldeten Nummern
  • Zusätzliche Rückwärtssuche
  • Community-Bewertungen und Kommentare

Nachteile:

  • Zugriff auf Kontakte und Anrufliste erforderlich
  • Datenschutz-Bedenken bei US-Anbietern
  • Fehlalarme möglich
  • Werbung in kostenlosen Versionen

Rechtliche Grundlagen: Ihre Rechte gegen Spam-Anrufe

Deutschland hat eines der strengsten Anti-Spam-Gesetze Europas. Wer diese kennt, kann sich wirksam wehren.

Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (§ 7 UWG)

Werbeanrufe bei Verbrauchern sind nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung erlaubt. Diese muss opt-in erfolgen – vorangekreuzte Kästchen oder AGB-Klauseln reichen nicht aus. Bei Verstoß droht ein Bußgeld bis 300.000 Euro (§ 20 UWG).

Rufnummernunterdrückung ist verboten

Seit 2021 dürfen Werbeanrufer ihre Nummer nicht mehr unterdrücken (§ 120 TKG). Ein Anruf mit unterdrückter Nummer, der Werbung enthält, ist automatisch rechtswidrig.

Widerrufsrecht bei Telefonverträgen

Verträge, die telefonisch abgeschlossen wurden, unterliegen dem 14-tägigen Widerrufsrecht nach § 355 BGB. Zudem müssen Energie-, Gas- und Telekommunikationsverträge seit 2021 in Textform bestätigt werden – ansonsten sind sie unwirksam.

Präventive Maßnahmen: So vermeiden Sie Spam-Anrufe

Der beste Schutz beginnt, bevor Ihre Nummer überhaupt in Spam-Datenbanken landet.

1. Rufnummer sparsam weitergeben

Geben Sie Ihre Telefonnummer nur an, wenn es zwingend nötig ist. Für Newsletter, Gewinnspiele oder Online-Shops reicht meist eine E-Mail-Adresse.

2. Zweitrufnummer für Online-Anmeldungen

Nutzen Sie separate Rufnummern für unterschiedliche Zwecke. Anbieter wie Satellite oder sipgate bieten kostenlose oder günstige Zweitnummern, die Sie bei Bedarf einfach abschalten können.

3. Widerspruch gegen Datenweitergabe

Widersprechen Sie bei jedem Vertragsabschluss ausdrücklich der Weitergabe Ihrer Daten zu Werbezwecken. Berufen Sie sich dabei auf Art. 21 DSGVO (Widerspruchsrecht).

4. Robinsonliste eintragen

Die kostenlose Robinsonliste des DDV (robinsonliste.de) schützt vor seriösen Werbeanrufern, die diese Liste beachten. Gegen kriminelle Anrufer hilft sie nicht, aber sie reduziert legale Werbung deutlich.

5. Digitale Hygiene pflegen

Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Daten in Leaks aufgetaucht sind. Lesen Sie dazu unseren Ratgeber Wurde Mein Passwort Geleakt? So Prüfen Sie es Sicher (2026). Beim Teilen von Links zu Anmeldeformularen oder Kontaktseiten empfiehlt sich zudem ein datenschutzfreundlicher URL-Verkürzer wie Lunyb, der keine Nutzerprofile verkauft und Ihre Klickdaten nicht an Werbenetzwerke weitergibt.

Was tun bei einem verdächtigen Anruf? 5-Schritte-Notfallplan

  1. Nicht in Panik geraten: Betrüger arbeiten mit Zeitdruck – legen Sie im Zweifel auf
  2. Keine persönlichen Daten preisgeben: Weder Bankdaten, Passwörter noch TAN-Codes
  3. Nummer notieren: Datum, Uhrzeit, Gesprächsinhalt festhalten
  4. Nummer sperren: Direkt am Gerät oder über den Anbieter
  5. Melden: An Bundesnetzagentur, ggf. Polizei bei Betrugsverdacht

Warnzeichen für Betrugsanrufe

  • Sie sollen sofort handeln oder Geld überweisen
  • Angebliche Behörden fordern Zahlungen per Gutscheinkarte
  • Der Anrufer möchte Fernzugriff auf Ihren Computer
  • Auslandsnummern rufen nur kurz an (Ping-Anrufe)
  • Die angeblich anrufende Firma existiert nicht oder ist unbekannt

Bei Verdacht auf einen kompromittierten Router oder ein infiziertes Smartphone lesen Sie außerdem: Ist Mein Handy Gehackt? 10 Warnzeichen und Was Sie Tun Müssen.

Spam-Anrufe im Homeoffice und Unternehmen blockieren

Für Firmen sind Spam-Anrufe nicht nur lästig, sondern auch ein Sicherheitsrisiko. Social-Engineering-Angriffe über das Telefon nehmen 2026 stark zu.

Maßnahmen für Unternehmen

  • Telefonanlagen mit Spam-Filter: Moderne PBX-Systeme wie 3CX oder Placetel bieten integrierte Anti-Spam-Funktionen
  • Mitarbeiterschulungen: Regelmäßige Sensibilisierung für CEO-Fraud und Vishing
  • Whitelist für kritische Bereiche: Buchhaltung und Geschäftsführung sollten nur bekannte Nummern erreichen
  • Dokumentation: Alle verdächtigen Anrufe intern erfassen und melden

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind Spam-Anrufe in Deutschland strafbar?

Unerlaubte Werbeanrufe sind Ordnungswidrigkeiten nach § 7 UWG und § 20 UWG. Es drohen Bußgelder bis 300.000 Euro. Betrügerische Anrufe (z. B. Enkeltrick) sind Straftaten nach § 263 StGB (Betrug) und werden mit Freiheitsstrafe geahndet.

Kann ich meine Rufnummer aus Spam-Datenbanken löschen lassen?

Ja. Berufen Sie sich auf Art. 17 DSGVO (Recht auf Löschung). Kontaktieren Sie den verantwortlichen Anrufer schriftlich und fordern Sie die Löschung Ihrer Daten. Bei Verweigerung können Sie sich an den BfDI oder Ihre Landesdatenschutzbehörde wenden.

Was tun, wenn ein blockierter Anrufer trotzdem durchkommt?

Spam-Anrufer wechseln häufig ihre Rufnummern (Number Spoofing). In diesem Fall hilft nur ein netzseitiger Filter beim Anbieter oder die Aktivierung der Funktion „Unbekannte Anrufer stummschalten". Melden Sie zusätzlich jede neue Nummer an die Bundesnetzagentur.

Sind kostenlose Spam-Apps wirklich kostenlos?

Viele kostenlose Apps finanzieren sich durch Werbung oder den Verkauf anonymisierter Daten. Prüfen Sie vor der Installation die Datenschutzerklärung genau. Für maximale Privatsphäre eignen sich Open-Source-Apps wie „Blacklist" oder die integrierten Systemfunktionen von iOS und Android.

Wie erkenne ich Ping-Anrufe aus dem Ausland?

Ping-Anrufe klingeln nur ein- bis zweimal und stammen häufig aus Ländervorwahlen wie +881, +882, +252 (Somalia) oder +216 (Tunesien). Rufen Sie diese Nummern niemals zurück – die Kosten pro Minute können mehrere Euro betragen. Aktivieren Sie zusätzlich eine Auslandssperre bei Ihrem Anbieter.

Fazit: Konsequenz ist der beste Schutz

Spam-Anrufe lassen sich 2026 mit einer Kombination aus technischen Sperren, rechtlichen Meldungen und präventivem Datenschutz effektiv reduzieren. Nutzen Sie die systemeigenen Funktionen Ihres Smartphones, aktivieren Sie den Anrufschutz Ihres Anbieters und melden Sie jeden Vorfall an die Bundesnetzagentur. Nur so werden Täter juristisch belangt und der Markt langfristig sauberer.

Denken Sie daran: Ihre Rufnummer ist ein persönliches Datum im Sinne der DSGVO. Sie haben das Recht, deren Verwendung zu kontrollieren – nutzen Sie es.

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