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DSGVO in Österreich: Ihre Rechte im Überblick (2026)

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Lunyb Sicherheitsteam
··8 min read

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gilt seit Mai 2018 in ganz Europa und damit auch in Österreich. Ergänzt wird sie durch das österreichische Datenschutzgesetz (DSG). Zusammen geben diese Regelwerke jeder Person in Österreich weitreichende Rechte gegenüber Unternehmen, Behörden und Vereinen, die personenbezogene Daten verarbeiten. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen praxisnah, welche Rechte Ihnen zustehen, wie Sie diese durchsetzen und an wen Sie sich in Österreich wenden können.

Was ist die DSGVO und wie wird sie in Österreich umgesetzt?

Die DSGVO ist eine EU-Verordnung, die den Schutz personenbezogener Daten einheitlich in allen Mitgliedstaaten regelt. In Österreich wird sie durch das Datenschutzgesetz (DSG) ergänzt, das nationale Besonderheiten wie die Zuständigkeit der Datenschutzbehörde (DSB) und einige spezielle Regelungen etwa zum Bildaufnahme-Recht enthält.

Personenbezogene Daten sind alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen. Dazu zählen Name, Adresse, E-Mail, IP-Adresse, Standortdaten, Gesundheitsdaten oder Fotos. Sobald ein Unternehmen oder eine Behörde solche Daten verarbeitet, greift die DSGVO – und Sie haben als betroffene Person konkrete Rechte.

Zuständige Aufsichtsbehörde in Österreich ist die Österreichische Datenschutzbehörde (DSB) mit Sitz in Wien. Sie ist Ansprechpartnerin für Beschwerden, Auskünfte und Bußgeldverfahren.

Die 8 wichtigsten Rechte betroffener Personen

Die DSGVO gewährt Ihnen als betroffener Person acht zentrale Rechte gegenüber Verantwortlichen (also Unternehmen, Behörden oder Vereinen, die Ihre Daten verarbeiten). Diese Rechte können Sie in der Regel formlos und kostenlos geltend machen.

1. Recht auf Information (Art. 13 & 14 DSGVO)

Bereits bei der Erhebung Ihrer Daten müssen Sie transparent informiert werden: Wer verarbeitet die Daten? Zu welchem Zweck? Auf welcher Rechtsgrundlage? Wie lange werden sie gespeichert? An wen werden sie weitergegeben? Diese Informationen finden Sie üblicherweise in der Datenschutzerklärung einer Website oder in einem Datenschutzhinweis.

2. Recht auf Auskunft (Art. 15 DSGVO)

Sie können jederzeit von jedem Verantwortlichen Auskunft darüber verlangen, welche Daten über Sie gespeichert sind. Der Verantwortliche muss Ihnen innerhalb eines Monats eine Kopie aller verarbeiteten personenbezogenen Daten zur Verfügung stellen – kostenlos.

3. Recht auf Berichtigung (Art. 16 DSGVO)

Sind gespeicherte Daten falsch oder unvollständig, können Sie deren Korrektur oder Ergänzung verlangen. Das gilt für Tippfehler in der Adresse ebenso wie für veraltete Bankverbindungen.

4. Recht auf Löschung / "Recht auf Vergessenwerden" (Art. 17 DSGVO)

Sie können die Löschung Ihrer Daten fordern, wenn diese für die ursprünglichen Zwecke nicht mehr benötigt werden, Sie Ihre Einwilligung widerrufen haben, die Verarbeitung unrechtmäßig war oder Sie erfolgreich Widerspruch eingelegt haben. Ausnahmen bestehen etwa bei gesetzlichen Aufbewahrungspflichten (z.B. steuerrechtlich sieben Jahre).

5. Recht auf Einschränkung der Verarbeitung (Art. 18 DSGVO)

Statt einer Löschung können Sie in bestimmten Fällen verlangen, dass Ihre Daten nur noch gespeichert, aber nicht mehr aktiv verarbeitet werden – etwa während einer Prüfung, ob die Verarbeitung rechtmäßig ist.

6. Recht auf Datenübertragbarkeit (Art. 20 DSGVO)

Sie können Ihre Daten in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format (z.B. CSV oder JSON) erhalten und an einen anderen Anbieter übertragen. Praktisch relevant ist das etwa beim Wechsel des E-Mail-Anbieters, einer sozialen Plattform oder eines Streaming-Dienstes.

7. Widerspruchsrecht (Art. 21 DSGVO)

Gegen Verarbeitungen auf Basis eines berechtigten Interesses – insbesondere gegen Direktwerbung – können Sie jederzeit Widerspruch einlegen. Bei Direktwerbung ist dieser Widerspruch bedingungslos und muss vom Verantwortlichen sofort umgesetzt werden.

8. Recht auf Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde (Art. 77 DSGVO)

Fühlen Sie sich in Ihren Rechten verletzt, können Sie sich kostenlos an die österreichische Datenschutzbehörde wenden. Diese prüft Ihren Fall und leitet gegebenenfalls ein Verfahren gegen den Verantwortlichen ein.

Übersicht: Ihre DSGVO-Rechte auf einen Blick

RechtArtikel DSGVOFrist VerantwortlicherKosten für Sie
AuskunftArt. 151 Monat (verlängerbar auf 3)Kostenlos
BerichtigungArt. 161 MonatKostenlos
LöschungArt. 171 MonatKostenlos
EinschränkungArt. 181 MonatKostenlos
DatenübertragbarkeitArt. 201 MonatKostenlos
WiderspruchArt. 21SofortKostenlos
Beschwerde bei DSBArt. 77BehördenverfahrenKostenlos

Die österreichische Datenschutzbehörde (DSB)

Die Datenschutzbehörde ist die zentrale Anlaufstelle für Datenschutzfragen in Österreich. Sie ist eine unabhängige Behörde und untersteht nicht dem Weisungsrecht der Regierung.

Aufgaben der DSB

  • Bearbeitung von Beschwerden betroffener Personen
  • Prüfung von Datenschutzverstößen bei Unternehmen und Behörden
  • Verhängung von Geldbußen (bis zu 20 Mio. Euro oder 4 % des weltweiten Jahresumsatzes)
  • Beratung von Verantwortlichen und Betroffenen
  • Zusammenarbeit mit anderen europäischen Aufsichtsbehörden

Kontakt zur DSB

Österreichische Datenschutzbehörde
Barichgasse 40-42, 1030 Wien
Telefon: +43 1 52 152-0
E-Mail: dsb@dsb.gv.at
Web: www.dsb.gv.at

So machen Sie Ihre Rechte praktisch geltend

Das Durchsetzen Ihrer DSGVO-Rechte ist unkomplizierter, als viele denken. Der folgende Ablauf hat sich in der Praxis bewährt:

  1. Verantwortlichen identifizieren: Prüfen Sie im Impressum oder in der Datenschutzerklärung, wer für die Datenverarbeitung verantwortlich ist.
  2. Antrag formulieren: Ein formloses Schreiben oder eine E-Mail reicht aus. Berufen Sie sich klar auf den jeweiligen DSGVO-Artikel (z.B. "Auskunftsersuchen gemäß Art. 15 DSGVO").
  3. Identität belegen: Der Verantwortliche darf bei berechtigten Zweifeln einen Identitätsnachweis verlangen – üblicherweise reicht eine Kopie eines Ausweisdokuments (nicht sensible Daten dürfen geschwärzt werden).
  4. Antwort abwarten: Innerhalb eines Monats muss reagiert werden. Bei komplexen Anfragen darf die Frist um zwei weitere Monate verlängert werden, was Ihnen aber begründet mitgeteilt werden muss.
  5. Bei Nichtreaktion oder unzureichender Antwort: Beschwerde bei der DSB einlegen oder zivilrechtlich klagen.

Muster für ein Auskunftsersuchen

"Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit ersuche ich gemäß Art. 15 DSGVO um Auskunft über sämtliche zu meiner Person gespeicherten personenbezogenen Daten. Bitte teilen Sie mir insbesondere die Verarbeitungszwecke, die Kategorien der Daten, die Empfänger, die geplante Speicherdauer sowie die Herkunft der Daten mit. Ich bitte um Übermittlung einer Kopie der Daten gemäß Art. 15 Abs. 3 DSGVO innerhalb der gesetzlichen Frist von einem Monat."

Besonderheiten des österreichischen Datenschutzrechts

Neben der DSGVO gilt in Österreich das nationale Datenschutzgesetz (DSG), das einige spezielle Regelungen enthält:

Datenschutz für juristische Personen

Anders als in den meisten EU-Staaten schützte das österreichische DSG in seiner ursprünglichen Fassung auch juristische Personen. Diese Bestimmung wurde jedoch weitgehend an EU-Recht angepasst.

Bildverarbeitung und Videoüberwachung

Für Bildaufnahmen und Videoüberwachung gelten in Österreich spezielle Vorschriften im DSG (§§ 12, 13). So sind Videoüberwachungsanlagen zu kennzeichnen, und die Aufbewahrungsdauer der Aufnahmen ist grundsätzlich auf 72 Stunden begrenzt.

Datenschutz am Arbeitsplatz

In Österreich haben Betriebsräte weitreichende Mitbestimmungsrechte bei der Einführung von Kontrollsystemen (§ 96 ArbVG). Kontrollmaßnahmen, die die Menschenwürde berühren, benötigen die Zustimmung des Betriebsrats.

Bußgeldpraxis in Österreich

Die österreichische DSB verhängt im europäischen Vergleich moderate, aber spürbare Bußgelder. Verstöße von Unternehmen wie großen Telekommunikationsanbietern oder Handelsketten wurden bereits mit Millionenbeträgen sanktioniert.

Praktische Tipps zum Schutz Ihrer Daten

Neben der aktiven Durchsetzung Ihrer Rechte können Sie viel dazu beitragen, dass möglichst wenige Daten überhaupt verarbeitet werden. Datenschutz beginnt beim eigenen Verhalten.

Datensparsamkeit im Alltag

  • Geben Sie nur die Daten an, die zwingend erforderlich sind (Pflichtfelder in Formularen sind meist markiert).
  • Nutzen Sie separate E-Mail-Adressen für Newsletter, Online-Shopping und private Kontakte.
  • Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Passwörter kompromittiert wurden. Eine Anleitung dazu finden Sie in unserem Ratgeber Wurde mein Passwort geleakt?
  • Verwenden Sie beim Teilen von Links Dienste, die Tracking minimieren. Wie Sie sichere Kurzlinks erstellen, zeigen wir in URL kürzen: So funktioniert es richtig.

Cookie-Banner richtig bedienen

Cookie-Banner sind mehr als eine lästige Formalität. Nehmen Sie sich die Zeit, nicht essenzielle Cookies abzulehnen. Voreingestellte Häkchen sind seit dem "Planet49"-Urteil des EuGH unzulässig – Sie müssen aktiv zustimmen.

Datenschutzfreundliche Tools nutzen

Setzen Sie auf Anbieter, die Datenschutz ernst nehmen. Dienste wie Lunyb bieten beispielsweise Kurzlink- und QR-Code-Lösungen ohne aufdringliches Tracking und mit klaren Datenschutzstandards nach DSGVO. Wie Sie datenschutzkonforme QR-Codes erstellen, erklären wir in unserem Artikel QR Code kostenlos erstellen.

Häufige Fragen aus der Praxis

Was tun, wenn ein Unternehmen nicht antwortet?

Bleibt Ihre Anfrage unbeantwortet, sollten Sie zunächst schriftlich unter Fristsetzung erinnern. Reagiert der Verantwortliche weiterhin nicht, können Sie Beschwerde bei der DSB einlegen. Zusätzlich haben Sie ein Recht auf Schadenersatz gemäß Art. 82 DSGVO.

Kann ich Schadenersatz verlangen?

Ja. Art. 82 DSGVO sieht sowohl materiellen als auch immateriellen Schadenersatz vor. Österreichische Gerichte haben bereits Beträge zwischen einigen hundert und mehreren tausend Euro zugesprochen, etwa bei unerlaubter Weitergabe von Gesundheitsdaten oder umfangreichen Datenlecks.

Weiterführende Informationen

Wenn Sie die Grundlagen der DSGVO noch einmal umfassend nachlesen möchten, empfehlen wir unseren Leitfaden DSGVO einfach erklärt 2026. Interessant ist auch der Vergleich zur Situation in Deutschland: Datenschutz in Deutschland: Ihre Rechte im Überblick.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur DSGVO in Österreich

Wer ist in Österreich für Datenschutzbeschwerden zuständig?

Die Österreichische Datenschutzbehörde (DSB) in Wien ist die zuständige Aufsichtsbehörde. Sie können sich kostenlos schriftlich, per E-Mail oder über das Online-Formular auf dsb.gv.at an sie wenden. Die Bearbeitung ist gebührenfrei.

Wie lange hat ein Unternehmen Zeit, auf mein Auskunftsersuchen zu antworten?

Grundsätzlich muss der Verantwortliche innerhalb eines Monats nach Eingang der Anfrage reagieren. Bei besonders komplexen oder umfangreichen Anfragen ist eine Verlängerung um weitere zwei Monate möglich, allerdings muss Ihnen diese Verlängerung samt Begründung innerhalb des ersten Monats mitgeteilt werden.

Was kostet die Durchsetzung meiner DSGVO-Rechte?

Für Sie als betroffene Person sind Auskunft, Löschung, Berichtigung und Beschwerde bei der DSB grundsätzlich kostenfrei. Nur bei offensichtlich unbegründeten oder exzessiven Anträgen (etwa wiederholte identische Anfragen) darf der Verantwortliche ein angemessenes Entgelt verlangen oder die Bearbeitung verweigern.

Gilt die DSGVO auch für Vereine und Privatpersonen in Österreich?

Ja, die DSGVO gilt auch für Vereine, wenn sie personenbezogene Daten (z.B. Mitgliederdaten) verarbeiten. Für rein private oder familiäre Zwecke (Haushaltsausnahme) gilt sie hingegen nicht – beispielsweise nicht für Ihr privates Adressbuch. Sobald aber eine Veröffentlichung ins Internet erfolgt, greift die DSGVO wieder.

Kann ich meine Daten von einer Suchmaschine löschen lassen?

Ja, das "Recht auf Vergessenwerden" ermöglicht es Ihnen, bei Suchmaschinen wie Google die Auslistung bestimmter Suchergebnisse zu Ihrem Namen zu beantragen. Voraussetzung ist, dass das Interesse an der Löschung Ihr informationelles Selbstbestimmungsrecht die Informationsinteressen der Öffentlichkeit überwiegt. Suchmaschinen stellen dafür eigene Online-Formulare bereit.

Fazit

Die DSGVO gibt Ihnen in Österreich weitreichende und durchsetzbare Rechte über Ihre personenbezogenen Daten. Von Auskunft über Berichtigung bis hin zur Löschung – Sie können aktiv Einfluss darauf nehmen, wie Unternehmen und Behörden mit Ihren Daten umgehen. Die Österreichische Datenschutzbehörde steht Ihnen als kostenlose Anlaufstelle zur Verfügung, sollten Ihre Rechte verletzt werden. Nutzen Sie diese Möglichkeiten – Datenschutz ist ein Grundrecht, das Sie selbst aktiv gestalten können und sollten.

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